Zurück zur Startseite
22.01.2026

„Kanonenfutter“ im Klassenzimmer: Wenn der Lehrerberuf zum täglichen Überlebenskampf wird

Stellt euch vor, ihr geht jeden Morgen mit einem flauen Gefühl im Magen zur Arbeit. Nicht wegen einer wichtigen Präsentation, sondern weil ihr Angst vor euren Schülern habt. Das ist kein düsteres Filmszenario, sondern bittere Realität an Brennpunktschulen in Ludwigshafen. Die aktuelle SWR-Recherche zeigt ein Bild, das uns alle wachrütteln sollte.

Zwischen Stuhlwürfen und Beleidigungen

Was sich hinter verschlossenen Klassentüren abspielt, ist kaum zu glauben. Lehrer berichten von massiven Beschimpfungen – Worte wie „Fotze“ oder „Schlampe“ gehören fast zum guten Ton. Doch es bleibt nicht bei Worten: In einer Schule wurde gezielt ein *Stuhl nach einer Lehrerin geworfen; an einer anderen gab es innerhalb von zwei Jahren fast *100 Strafanzeigen, die Hälfte davon wegen Körperverletzung.

Schulleiter Johannes Thomas bringt es auf den Punkt: 30 Kinder zu unterrichten, ohne dabei „filetiert zu werden“, erfordert eine immense Kraftanstrengung. Kein Wunder, dass sich viele Lehrkräfte nur noch wie „Kanonenfutter“ fühlen.

Es ist nicht (nur) die Herkunft

Häufig wird die Gewalt an Schulen vorschnell auf den hohen Migrationsanteil geschoben. Doch die Lehrer vor Ort widersprechen deutlich: Das Problem ist nicht die Nationalität, sondern die soziale Herkunft und Bildungsferne.

  • Zuhause ohne Halt: Viele Kinder kommen aus Familien, in denen Bildung keinen Wert hat oder massive Probleme wie Alkoholismus herrschen.
  • Sprachbarrieren: Kinder landen in Grundschulen, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen – wie soll da Unterricht funktionieren?
  • Marode Schulen: Wenn Mäuse durch die Zimmer laufen und Baustellengerüste seit sechs Jahren zum Inventar gehören, signalisiert das den Schülern eines: Ihr seid uns nichts wert.

Die Politik: „Einzelfälle“ vs. harte Realität

Während Bildungsminister Sven Teuber von „einzelnen Fällen“ spricht, zeichnet die Statistik ein anderes Bild: 72 % der Schulleitungen in Rheinland-Pfalz klagen über psychische Gewalt. Die angekündigte höhere Polizeipräsenz auf Schulhöfen und eine neue Vertrauensstelle für Lehrer wirken für viele Betroffene eher wie ein „Tropfen auf den heißen Stein“.

Die Lehrer fühlen sich von der Schulaufsichtsbehörde (ADD) im Stich gelassen. Während die Behörde behauptet, die Schulen „engmaschig zu begleiten“, kommt im Klassenzimmer davon nichts an.

Was muss sich ändern?

Die Forderungen derer, die täglich „an der Front“ stehen, sind klar und deutlich:

  1. Kleinere Klassen, damit Lehrer auch mal „durchatmen“ können.
  2. Multiprofessionelle Teams: Lehrer können nicht gleichzeitig Psychologen, Suchtforscher und Security sein.
  3. Mehr Geld: Ohne massive Investitionen in Personal und Gebäude wird sich die Abwärtsspirale weiterdrehen.

Trotz allem gibt es sie: Die „Lehrer aus Leidenschaft“, die ehrenamtlich Lesestunden geben und Bücher kaufen, um ihren Schülern eine Zukunft zu ermöglichen. Doch dieser Idealismus darf nicht als Ausrede für politisches Versagen herhalten. „Uns muss man doch auch schützen“, so der verzweifelte Appell einer Lehrerin.

Den kompletten Bericht vom SWR finden Sie hier auf youtube.com

Schützen Sie Ihr Kollegium – stärken Sie Ihre Schule.

Investieren Sie in die Sicherheit und Handlungsfähigkeit Ihres gesamten Kollegiums. Das Schulsicherheitstraining ist exklusiv für Schulen buchbar – Konditionen erhalten Sie individuell über ein unverbindliches Angebot.

Jetzt unverbindliches Angebot einholen