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15.01.2026

Gewalt an Schulen: Wenn das Klassenzimmer zum Brennpunkt wird

Es ist ein Thema, das uns alle angeht, aber oft hinter verschlossenen Türen bleibt. Eine aktuelle, repräsentative forsa-Befragung unter 1.311 Schulleitungen in Deutschland bringt nun Licht ins Dunkel – und die Ergebnisse sind ein echter Weckruf für unser Bildungssystem.

Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Bericht vom November 2024:

Der Trend zeigt nach oben – und zwar leider in die falsche Richtung

Die Wahrnehmung in den Schulleitungsbüros ist eindeutig: 60 % der Befragten geben an, dass Gewalt an ihrer Schule (physisch, psychisch oder Mobbing) in den letzten fünf Jahren zugenommen hat. Besonders alarmierend ist die Situation an Haupt-, Real- und Gesamtschulen, wo sogar 74 % eine Zunahme beobachten.

Gewalt gegen Lehrkräfte: Kein Randphänomen mehr

Lehrkräfte werden immer häufiger selbst zur Zielscheibe. In den letzten fünf Jahren kam es an den Schulen zu folgenden Vorfällen gegen das Personal:

  • 65 % berichten von direkten Beschimpfungen, Drohungen oder Beleidigungen.
  • 36 % erlebten Diffamierungen oder Belästigungen über das Internet.
  • 35 % meldeten sogar körperliche Angriffe auf Lehrkräfte.

Besonders bitter: Fast die Hälfte der Schulleitungen (47 %) empfindet das Thema „Gewalt gegen Lehrkräfte“ in Deutschland noch immer als ein Tabu-Thema.


Wer sind die Akteure?

Die Gewalt kommt aus verschiedenen Richtungen, wobei die Rollenverteilung je nach Art der Gewalt variiert:

  • Psychische Gewalt: Hier führen oft die Eltern (79 %) die unrühmliche Statistik an, dicht gefolgt von Schülerinnen und Schülern (66 %).
  • Physische Gewalt: Diese geht fast ausschließlich (97 %) von Schülerinnen und Schülern aus.

Prävention: Was Schulen wirklich brauchen

Fragt man die Schulleitungen, was effektiv gegen Gewalt hilft, stehen administrative Zertifikate ganz unten auf der Liste. Ganz oben stehen stattdessen:

  1. Angemessene Personalausstattung (79 %).
  2. Kooperationen mit der Polizei (77 %).
  3. Multiprofessionelle Teams (75 %).

Warum Unterstützung oft scheitert

Obwohl sich die Mehrheit der Schulleitungen bemüht, betroffene Kollegen zu unterstützen, gibt es massive Hürden:

  • Uneinsichtige Beteiligte: 74 % der Schüler zeigen sich nach Vorfällen uneinsichtig.
  • Mangelnde Kooperation: 71 % der Eltern arbeiten bei der Klärung nicht mit.
  • Bürokratie-Monster: Fast jede zweite Schulleitung (49 %) empfindet die Meldung von Vorfällen als zu zeitaufwendig und bürokratisch.

Die komplette Studie "Die Schule aus Sicht der Schulleiterinnen und Schulleiter" finden Sie hier auf vbe.de (PDF-Format)

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